Die wilde Bertha

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Herr Frahm

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Das Bienenprojekt an der Bertha.

Bienen in der Schule – zur Bereicherung des Schulalltags durch naturnahes Lernen und als fächerübergreifendes Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. 

An das Projekt anschließend entstand die Idee an der „Aktion Biene“ der LZU teilzunehmen. 

Bei der „Aktion Biene“ geht es um die Gestaltung eines Bienenstandortes in unserer Schule, um die Etablierung einer nachhaltigen Schulimkerei und begleitende Wildbienenprojekte. 

2021- 2022 wurden zwei Bienen AGs gegründet und ein Atrium bienenfreundlich hergerichtet: 

Blühstreifen gesäht, Wildbienennisthilfen und Hummelkästen installiert, Wasserstellen eingerichtet, Fenster mit Fliegengittern verhangen und die Bienenbehausungen (Beuten) aufgestellt. 

Nach vielen bürokratischen und finanziellen Hürden war es dann im Frühjahr endlich soweit: 

Unsere Bienen zogen ein und begleiten seitdem unseren Schulalltag. Schülerinnen und Schüler wurden sensibilisiert und im Umgang mit dem Tieren geschult, die Bienen AGs kümmern sich um unsere Nutz- und Wildtiere und NAWI, MINT und Religions- / Ethikkurse wurden im Zusammenhang mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung abgehalten. 

Wer sich mit Bienen beschäftigt der weiß, dass es sich hierbei um ein äußerst komplexes Thema globalen Lernens handelt. Ob man vom Klimawandel spricht, von Ernährung und Landwirtschaft oder vom Verhältnis zwischen Mensch und Natur, die Biene ist überall dabei. 

Der bewusste und praxisnahe Umgang mit den Bienen schafft auf einer Beziehungsebene zum Tier einen starken Transfer zum Selbst und einen kritischen Blick auf die Gestaltung unserer Umwelt. Das Schicksal der Bienen ist ein Spiegel unserer Wirklichkeit und Perspektive zukünftig gestaltbarer Lebensbedingungen für Mensch und Natur. 

Man kann nicht davon sprechen, dass unser Projekt abgeschlossen sei, denn teil unserer Arbeit ist der stetige Sensibilisierungsprozess und die aktive Beteiligung der Schülerschaft im Sinne der BNE. Für 2023 nehmen wir uns vor Berthas Outdoorforschungslabor einzuweihen. Nachdem im Rahmen des berufsorientierten Ersatzpraktikums für unsere 8er nun alle Grundlegenden Bauarbeiten am Bauwagenausbau fertiggestellt wurden, kann nun der Innenraum, interaktive Lernstationen und Infotafeln gestaltet werden, damit sich sich Interessierte rund um das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie austauschen können. Ein schuleigener Bauwagen bietet dann die Arbeitsgrundlage für die nachhaltige Arbeit der Bienen AGs und des MINT Schwerpunktfaches für Fertigungs-/Produktionstechniken von Honig und Bienenprodukten. So nimmt alles seinen Lauf. 

Zwei lange Jahre hat es gedauert bis alle bürokratischen und finanziellen Hürden, auch bedingt durch die Coronapandemie, gemeistert wurden. Dies verdanken wir insbesondere unserem motivierten pädagogischen Team und den vielen Unterstützern des Projektes. Wir danken besonders der LZU für die Finanzierung der imkerlichen Grundausstattung, aber auch dem Beirat für Naturschutz KL, Hornbach KL, der Würth GmbH und vielen Privatleuten danken wir für die materielle und finanzielle Unterstützung zur Gestaltung des Bienenprojektes

Auch dem Imkerverein KL danken wir für unser erstes Bienenvolk und imkerliche Beratung. 

Wir hoffen auf eine lang anhaltende imkerliche Praxis und wunderbare Erfahrungen für die jungen Menschen. 

 

 

Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen“. Albert Einstein 

Wie leben die Bienen?

Bienen leben in einem Volk als „Bien“ zusammen. Jedes Bienenvolk hat eine Königin, die jeden Tag zwischen 1000 und 3000 Eier legt um den Nachwuchs zu garantieren. 

 

Eine Königin lebt von allen Bienen am längsten (3-5 Jahre), weil sie von ihrem Hofstaat, bestimmten Arbeiterinnen, umsorgt wird und hochwertiges Futter bekommt. 

 

Neben dem Hofstaat gibt es noch sehr viele andere Arbeiterinnen im Bienenstock. 

 

Diese können wachs schwitzen und bauen dann sechseckige Wabenwände, 

in welchen die Larven gezogen oder Pollen und Nektar eingelagert werden. 

Jede Biene hat im „Bien“ eine Aufgabe und wächst mit der Erfahrung in weitere Aufgabenbereiche rein. Eine Arbeiterin lebt zwischen 30 und 60 Tage. 

Die männlichen Bienen werden Drohnen genannt. Sie werden nur wenige Wochen alt, haben wenige Aufgaben im Bienenstock zu erfüllen und fliegen dann aus um eine Königin zu begatten. 

 

In der Zeit zwischen April und Juli kommt es vor, dass Bienenvölker schwärmen. 

Dann überlässt die alte Königin einer Prinzessin mit ihrem Hofstaat den Stock und sucht sich ein neues Heim. Durch dieses „Schwärmen“ vermehrt sich das Bienenvolk. 

 

Die Prinzessin unternimmt dann einen „Hochzeitsflug“ um begattet zu werden und um damit die Nachkommenschaft des Biens für einige Jahr zu sichern. 

Wie kommunizieren Bienen untereinander?

Forscher haben herausgefunden, dass Bienen miteinander reden!

Sie tanzen Botschaften, summen dabei und klopfen mit den Beinen. 

 

Andere Bienen prägen sich den Tanz ein, tanzen diesen nach und merken sich so zum Beispiel den Weg zu Futterquellen. Wenn es schnell gehen muss oder besonders wichtig ist, teilen sich Bienen auch durch Duftstoffe Dinge mit. 

 

Da manche Interaktionen sehr einheitlich verlaufen und sogar vererbt werden betrachtet man den Bien als Organismus und spricht diesem eine gewisse „Schwarmintelligenz“ zu. 

Warum sind die Bienen wichtig?

Bienen sind sind sehr wichtig für uns und die Natur! 

 

Nicht nur wegen des Honigs, sondern insbesondere wegen deren Bestäubungsleistung und des natürlichen Gleichgewichtes im Ökosystem. 

Rund 80 Prozent aller Gemüse und Obstsorten werden von Bienen bestäubt, sodass es Früchte gibt.

 

Es gibt Länder in denen die Blüten durch den Menschen von Hand bestäubt werden müssen, weil die richtigen Bestäuber ausgestorben sind oder die Blüten nicht mehr erreichen können. 

 

Damit das nicht passiert braucht es ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Raum und Lebensraum für Menschen, Tiere und Insekten, damit sich alle wohlfühlen. 

Warum spricht man vom großen Bienensterben?

Wir Menschen sind der Hauptgrund, warum die Population an (Wild)Bienen zurückgeht. 

 

Die Bienen finden keine Nahrung weil es immer weniger abwechslungsreiche Blumenwiesen gibt und zu wenig Streuobstwiesen nachgepflanzt werden. Stattdessen werden große Getreideflächen und Monokulturen angelegt, die mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden und die Bienen vergiften oder im Bienenstock Krankheiten verursachen. 

 

Bienen haben auch viele Feinde, die durch den Menschen eingeschleppt wurden, zum Beispiel die asiatische Hornisse oder die Varroa-Milbe. Letztere lebt als Parasit vom Lebenssaft der Bienen und befällt auch deren Brut, wodurch Bienen geschwächt und Krankheiten verursacht werden. 

 

Über den Winter verkleinert sich das Bienenvolk natürlicherweise, während die parasitäre Population zunimmt. Durch dieses ungleiche Parasit-Wirt Verhältnis sterben viele Bienenvölker.

Wildbiene, Honigbiene oder doch wilde Honigbiene?

Es gibt über 30.000 verschiedene Bienenarten und viele von diesen sind gefährdet.

 

Auch die Honigbiene hat es in den letzten Jahren schwer gehabt und ist grundsätzlich auf die Hilfe des Imkers und Medikamente gegen die Varroa-Milbe angewiesen. 

 

Imker haben aber auch festgestellt, dass eine ökologische und artgerechte Haltung von Bienenvölkern dem Varroadruck entgegenwirkt. Bienen, die in artgerechtem Umfeld leben und in Ruhe gelassen werden bleiben naturgemäß kleiner, leben gesünder, sind weniger Stress ausgesetzt, finden zu ihrer ursprünglichen Lebensweise zurück, erlernen Abwehrmechanismen und leben in Symbiosen mit anderen Insekten. 

 

Daher gibt es Versuche alte Bienenrassen auszuwildern, genetisches Material wiederherzustellen und resistente Völker zu züchten um den Arterhalt der Honigbiene zu unterstützen. 

Wie wird an der Bertha von Suttner Schule geimkert?

Die Bienen werden durch unsere Nachwuchsimker der Bienen-AG und durch MINT betreut. 

 

Wir versuchen einen guten Mittelweg zu gehen, indem wir mit Magazinbauten arbeiten, aber die Bienen ihre Waben komplett mit dem eigenen Wachs bauen lassen. 

 

Auch Drohnen haben ihre Aufgaben im Bienenstock und dürfen Leben. 

Unsere Bienen dürfen schwärmen und wir versuchen diesen Schwärmen ein neues Zuhause zu bieten. Wir arbeiten mit dem „Bannwabenverfahren“ und behandeln die Völker alle paar Monate mit moderaten Mitteln um dem Varroadruck entgegenzuwirken. 

 

Wir ernten nur im moderaten Maße Honig und lassen den Bienen ihren Teil für den Winter. 

 

Wir betreuen auch „Zeidlerbeuten“ in denen der Bien zu sich selbst finden kann. 

Wie kann ich den Bienen helfen?

Jedes Tier hat in der Natur seinen Platz und leistet seinen Beitrag zum großen Ganzen. 

 

Daher ist es sinnvoll und wichtig auch für die Wildbienen etwas zu tun.

Jede ausgesäte Blume leistet ihren Beitrag zum Erhalt der Bienen und 

solltest du einmal einen Bienenschwarm sehen, melde diesen bei der Bienen AG oder beim nächsten Imker. 

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