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Gedanken eines Musiklehrers zum JUZ Konzert 2017

Am 24. Februar fand endlich wieder unser Bandkonzert im Jugendzentrum in der Steinstraße statt. Dabei präsentieren sich Bands ab der 7. Jahrgangstufe, meist ehemalige Schüler der Musikklasse der Unterstufe. Das JUZ hat ein ganz besonderes Scheunenflair, das selbst mit ein paar Duzend Zuschauern schon eine sehr schöne Stimmung. Mit den 120 Zuschauern war der Laden an diesem Abend gut gefüllt. Gespannt freute sich das Publikum auf die Eröffnung durch die 7a, die in unterschiedichen Formationen für Stimmung sorgten. Anschließend waren Bands der 8a, 9a, 10a und die Oberstufenband zu hören. Zum Abschluß ließ es sich die Lehrerband nicht nehmen einen musikalischen Beitrag zu diesem Abend zu bringen. Roberto Blanco würde sagen: „Ein bisschen Spaß muss sein ;)“

Ich war mit dem Auftritt sehr zufrieden, weil er für mich ohne Stress verlief, es keine Reibereien unter den Musikern gab und jeder sein bestes gegeben hat. Wenn alles richtig läuft, dann haben wir Musiker unseren Stress vor dem Auftritt, nämlich in den Proben. Eine Gruppe die auftritt, muss immer bühnenreif vorbereitet sein. Die Lieder müssen so geprobt sein, dass sich die Kinder sicher fühlen, um dann beim Auftritt unter der Anspannung und dem Stress, den eine Publikumssituation mit sich bringt, nicht einzubrechen. Hier braucht der Lehrer ein gutes Gespür für die Leistungsfähigkeit des einzelnen, denn es darf niemand mit seiner Rolle überfordert sein. Überforderung führt automatisch zu Unsicherheit. In der Musik ist es sehr einfach für jede Leistungsstufe eine Rolle zu finden, wenn denn der Lehrer nur genügend Geschick beim Arrangieren eines Liedes hat. Die moderne Pädagogik nennt das „Differenzierung“, in der Musik ist das seit Jahrhunderten namenlose Realität.

Hinter den Kulissen ist also bereits eine Menge passiert, bevor die Eltern die Bühnenleistungen ihrer Kinder bestaunen können, vor allem in den Kindern findet mit der Zeit eine große Veränderung statt. Erworbenes Können kommt in einer Situation zur Anwendung, in der die Kinder die Verantwortung für das Gelingen selbst tragen. Es gibt keine Wiederholung und keinen Lehrer, der schnell mal aushilft und einspringt, wenn der Schüler nicht mehr weiter weiß. Ich vergleiche das mal mit einer Fremdsprache: Ein Schüler soll vom Lehrer getrieben Englischvokabeln und Grammatik lernen. Der Sinn dazu erschließt sich dem Kind unmittelbar in einer Situation, wo es ohne dieses Können nicht mehr auskommt, etwa in einem Schüleraustausch.

Die Musikklassenkinder erleben diesen Zusammenhang zwischen Leistung und Erfolg regelmäßig und handeln so im Musikunterricht ganz anders. Der Aufbau geht schneller von der Hand, die Proben werden disziplinierter und man hilft sich gegenseitig. Natürlich gibt es hier Unterschiede zwischen den Kindern. In der 7a beispielsweise hat aber jedes Kind etwas mitgenommen und bei manchem, der vorher unzuverlässig und undiszipliniert war, hat eine richtige Charakteränderung stattgefunden. Das beobachten auch die anderen Fachlehrer in der Klasse, obwohl das natürlcih nicht heißt, dass es gar keine Verhaltensprobleme mehr gibt.

Von dem Mitarbeitern im JUZ wurde der gesamte Ablauf des Abends als sehr gelungen gelobt. Für dieses Lob danke ich Stefan, Bernd und Lukas recht herzlich. Mein Dank gilt auch Frau Hommes, Frau Lambour, Frau Spriesler, Frau Bozner, Frau Schindler und unserer stellvertretenden Schulleiterin Frau Bankowski, die wir an diesem Abend als Zuschauer begrüßen konnten.